Neues aus der Neuen vom Mayer:
VEU auf der Zielgeraden
Es könnte jetzt alles ganz schnell gehen: Die Feldkircher stehen vor der Aufnahme in die ICE Hockey League. Wenn in den nächsten Stunden nichts Unvorhergesehenes mehr passiert, werden die Feldkircher, wie bereits exklusiv berichtet, bei einem Umlaufbeschluss auf eine Stimmenmehrheit kommen, nach NEUE-Informationen ist von einem 6:4-Wahlergebnis zugunsten der Montfortstädter auszugehen.
Es lässt sich wohl nicht mal ansatzweise erahnen, wie viel Überzeugungsarbeit die Feldkircher in den vergangenen Tagen geleistet haben. Denn noch vor wenigen Wochen war eine mehrheitliche Zustimmung für die Feldkircher Bewerbung völlig illusorisch. So stimmt zum Beispiel plötzlich ein ICE-Klub-Verantwortlicher für die VEU, der noch vor Kurzem fast schon spöttisch wissen ließ, dass die VEU auf viele Jahre hinaus nicht ICE-tauglich sei, daran würde auch nichts ändern, wenn man kurzfristig das Budget stemmen könne. Dieser ICE-Klubvertreter hat zuletzt brennende Plädoyers für die VEU gehalten. Ein anderes Beispiel für die Feldkircher Überzeugungskraft ist die Ja-Stimme eines Vereins, der eigentlich die Zwölferliga zurückwollte und jetzt gegen die eigenen Interessen stimmt. Chapeau nach Feldkirch. Die VEU musste an dieser Stelle oft Kritik einstecken, aber diesen Stimmungsumschwung zu schaffen ist eine Meisterleistung, die fast an ein Wunder grenzt.
Offen ist noch, unter welchem Namen die Feldkircher in die Liga eintreten – als VEU oder als Team Vorarlberg, die Gerüchteküche spuckte zuletzt Vorarlberg Knights als möglichen Vereinsnamen aus, das muss allerdings nichts heißen.
Feldkirchs Träume von einer Rückkehr in die höchste Spielklasse werden also sehr wahrscheinlich wahr. Der Erfolg gibt den Machern Pit Gleim, Christian Groß und Michael Lampert trotz mancher Fehleinschätzung in den Vorjahren recht, wobei Dornbirns Ligaausstieg natürlich die Ausgangslage verändert hat.
Wenn also alle Vereinsvertreter zu ihrem Wort stehen und die Feldkircher ihre Mehrheit ins Ziel bringen, gilt es für sie mit seriöser Arbeit sich und auch Eishockey-Vorarlberg in der grenzüberschreitenden Liga bestmöglich zu repräsentieren, sich vor allen nicht von den einstigen Erfolgen der Vorgänger-VEU oder den Erwartungen der Fans treiben zu lassen. Das waren andere Zeiten. Das müssen insbesondere die Fans begreifen. Der ICE-Alltag wird vermutlich weit weniger glorreich, als man sich das im VEU-Fanlager vielleicht vorstellt. Die Top-Teams sind der Liga finanziell enteilt, der österreichische Spielermarkt ist hart umkämpft, wer in Feldkirch überzeugt, wird nur in Ausnahmefällen zu halten sein. Es wird bessere und schlechtere Spielzeiten geben. Wichtig ist, dass die Feldkircher nicht die Fehler vergangener Epochen wiederholen, als ihnen getrieben vom Ehrgeiz immer wieder die Gäule durchgegangen sind und zu großes Risiko eingingen.
Mit dem sich abzeichnenden Einstieg in die ICE-Liga stehen die Feldkircher jedenfalls vor einem großen Schritt. So hart der Weg war, der noch mühsamere Weg liegt vor den Feldkirchern – den Ligaalltag zu bewältigen. Aber erstmal dürfen sie in Feldkirch bald feiern und mit der VEU kann sich auch Vorarlberg freuen: die Eishockey-Hochburg Vorarlberg bleibt erstklassig. Es wird spannend bei der VEU.